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Kompressionstherapie

Die Kompressionstherapie ist eine der wichtigsten Säulen in der Therapie der Venenleiden. Kompression bedeutet Druck. Durch das Anlegen eines Verbandes mit Kompressionsbinden oder das Tragen eines Kompressionsstrumpfes werden die erweiterten Venen (Krampfadern - Varizen) von außen zusammengedrückt. Dadurch können die Venenklappen wieder schließen und die Beinmuskulatur kann die Venen besser auspressen, wodurch der Abtransport des Blutes zum Herzen verbessert wird.

Da sich eine einmal erweiterte Venen nicht mehr wieder verengen kann, muss die Kompressionstherapie lebenslang angewandt werden, falls keine Operation durchgeführt werden kann oder soll. Jedoch auch nach einer operativen Sanierung müssen noch für einige Wochen Kompressionsstrümpfe getragen werden oder die Beine mit Kompressionsbinden gewickelt werden.

KOMPRESSIONSSTRÜMPFE

Ob ein Bein besser gewickelt wird oder mit einem Strumpf versorgt werden sollte, hängt von der zugrundeliegenden Erkrankung, der voraussichtlichen Dauer der Kompressionstherapie und von der Gestalt des Beines ab. Diese Entscheidung sollte der behandelnde Arzt treffen. Medizinische Kompressionsstrümpfe sollten durch ihre Strickart eine gleichmäßige Druckverteilung erreichen, man bezeichnet sie daher auch als Zweizugstrümpfe. Sie sind nicht mit "Stützstrümpfen" zu verwechseln, die in Bezug auf Höhe des Druckes, Konstanz des Druckes und Druckverteilung oft nicht ausreichen. Stimmen die Beinumfangs- und -längenmaße mit den vorhandenen Konfektionsgrößen überein, kann ein Serienkompressionsstrumpf gewählt werden. Anderenfalls ist eine Maßanfertigung erforderlich.

Kompressionsstrümpfe gibt es in den Stärkeklassen I-IV. Je höher die Zahl, desto höher ist der Druck des Strumpfes. Die Kompressionsklasse I ist geeignet für beginnende Venenschwäche. Die Klasse II ist für die typischen oberflächlichen Krampfadern vorgesehen. Bei Schäden des tiefen oder des Verbindungsvenensystems kann die Klasse III erforderlich werden. Die Klasse IV ist den ganz schweren Beinschwellungen (Ödemen) vorbehalten.
Das Anziehen eines Kompressionsstrumpfes will geübt sein, das Unterziehen eines Nylonstrumpfes kann dies erheblich erleichtern. Darüber hinaus gibt es in Apotheken und Sanitätshäusern verschiedene Anziehhilfen. Die Elastizität des Strumpfes lässt mit der Zeit nach, alle 6 Monate ist daher die Verordnung eines neuen Strumpfpaares möglich.

APPARATIVE KOMPRESSION

Eine ganz andere Art der Kompression ist die apparative intermittierende Kompressionsbehandlung (AIK). Bei der AIK werden spezielle Manschetten eingesetzt, die sich von den Füßen beginnend innerhalb weniger Minuten mit Luft aufblasen und automatisch den Druck wieder ablassen. So wird das Gewebswasser aus den Beinen gepresst. Es handelt sich hierbei um eine sehr effektive Methode zur Behandlung von langwierigen Schwellungen (Ödemen). Man benötigt hierzu jedoch ein entsprechendes Gerät, das zumeist nur in Kliniken zur Verfügung steht. In besonders begründeten Ausnahmefällen kann so ein Gerät auch für den Hausgebrauch geliehen oder rezeptiert werden. Es ist hingegen zu beachten, dass diese Methode bei Herzschwäche nicht bzw. nur mit besonderer Vorsicht durchgeführt werden kann.

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